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Holz im Rad [Holzkurier Heft 34/2004]
Bauholz jeder Dimension mit flexibler Anlage

Holzkurier-Eigenbericht aus Vintl/IT

 


Blick von der Bedienerkabine auf die Linck-Doppelwellensäge




Weitental-Facts
Inhaber: Christoph Unterkircher und Anton Gasser
Mitarbeiter: 10
Einschnitt: 45.000 fm/J
Areal: 3ha
Unter Sägerkollegen gilt es als modernstes Sägewerks Südtirols – das Sägewerk Weitental, Vintl/IT, der beiden Inhaber Christoph Unterkircher und Anton Gasser.


Flexible Lösung für Bauholz. Das Bauholzwerk hat mit einer Linck-Springer-Kombination eine flexible Anlagenlösung gefunden, mit der Listenbauholz jeder gewünschten Dimension kurzfristig erzeugt und geliefert werden kann. Vor dieser Ausbaumaßnahme hat man mit einem Gatter und einer automatischen Besäumsäge gearbeitet.
Vom neuen Konzept erwartete Unterkircher eine höhere Flexibilität und Leistungsfähigkeit und günstigere Einschnittkosten. „Wir wollten rascher auf Schnittholz-Anfragen reagieren können und die Durchlauf- und Lieferzeiten verkürzen“, so Unterkircher.
„Verbesserte Oberfläche und Schnittgenauigkeit, verkürzte Durchlaufzeiten und Umrüstzeiten, vereinfachte Sortierung und in Summe günstigere Einschnittkosten – das waren genug Gründe für uns, um die Investitionen durchzuführen“, freuen sich die beiden Inhaber.


Einschnittleistung erhöht. Die neuen technischen Einrichtungen und ein höherer Vorschub von bis zu 35 m/min haben zu einer höheren Einschnittleistung beigetragen. Dabei werden je nach Schnittbild und Auftrag zirka 200 fm pro Tag eingeschnitten. Jährlich verarbeitet man 45.000 fm. Produziert wird neben Listenbauholz auch Standardware und Uso Fiume bis 13,5 m Länge in allen Dimensionen.


Langholz per Bahn. Der Rundholzeinkauf wird in der Region und teilweise im Ausland durchgeführt. Das Holz wird dann mit dem Waggon bis nach Bruneck/IT geliefert. Weiter geht es mit dem Lkw nach Weitental. „Da wir viel Langholz benötigen, haben wir uns für den Weg entschieden, dass wir es im Ausland zukaufen“, so Unterkircher. Am Rundholzplatz wird dann ausgeformt. Für den Rundholzeinkauf ist Gasser zuständig. Produktion und Verkauf erledigt Unterkircher.
Die Stammabschnitte werden auftragsbezogen der Sägelinie zugeführt. 2000 wurden von Reiter, Rangersdorf, die Zubringungen zur Doppelwellen-Kreissäge und zum Combimes installiert. Nach dem Bruks-Reduzierer und der Nicholson-Entrindung erfolgt der Auswurf auf den Querförderer. „Es wird erst direkt vor dem Einschnitt entrindet, da die Werkzeug-Standzeiten erheblich länger sind“, meint Unterkircher.


Doppelwellen-Kreissäge für 3 bis 13,5 m. Die neue Sägelinie, eine flexible Doppelwellen-Kreissäge Modell CSMK 375-A3/B3 ist für Durchmesser von 15 cm bis 70 cm und Längen von 3 bis 13,5 m konzipiert.
Die Hauptmaschine ist mit 6 servohydraulisch positionierbaren Sägeköpfen ausgerüstet, wovon die inneren 4 mit je einem Sägeblatt und die beiden äußeren Sägebüchsen mit mehreren Sägen bestückt werden können. Wie viele Sägeblätter tatsächlich im Einhang aufgespannt werden, richtet sich nach dem Einschnittprogramm.
Der Produktionsablauf in der Sägehalle beginnt mit der Übergabe des Stammes auf den Spannwagen. Der Bediener in der Steuerkabine erhält über ein Windows-Schnittprogramm alle aktuellen Daten wie Einschnittmaße, Achsposition, Rundholzdaten und Sortierziele.



Rundholz bis 13,5 m Länge wird verarbeitet Maschinenauslaufseite mit Spaltkeilvorrichtung und Kappaggregat


Mühelose Umprogrammierung. „Wechselnde Schnittbilder, wie sie beim Bauholzeinschnitt vorkommen (Stamm zu Stamm-Verstellung), können ohne Umrüsten mühelos umprogrammiert werden“, erläutert Unterkircher. Damit wird der Sortierauf wand am Rundholzplatz gegenüber dem zuvor im Gatterbetrieb praktizierten Sortierbetrieb vereinfacht.
Vor der Hauptmaschine werden im Rundlauf Rundholz, Model oder Kantholz am Spannwagen in die Einschnittposition gebracht. Der Rundlaufbetrieb wurde von Reiter installiert.
Höhenbegrenzungsfräser vor der CSMK dienen bei Wurzelanläufen als Schutzfräser für die Sägewellen. Durch die flexible Arbeitsweise der CSMK können im Nachschnitt Kanthölzer oder Model bis zu einer Schnitthöhe von 375 mm 1- bis 5-stielig kerngetrennt oder kernfrei, symmetrisch oder asymmetrisch zu Kantholz, Rahmen, Pfosten oder Brettware aufgetrennt werden.
Beim Kantholznachschnitt (Kreuzholz) werden zur genauen Zentrierung der Hölzer Führungsplatten in Position gefahren. Auf der Auslaufseite der Maschine trennt eine Spaltkeilvorrichtung die Seitenbretter von der Hauptware. Überlange Seitenbretter werden von der mitfahrenden Kappsäge auf 2 bis 6 m zurückgekappt.


Rasches Stapeln mit 2 Sortierwerken. Im Anschluss an die Sägelinie wird sämtliches Schnittholz, Haupt- und Seitenware voneinander getrennt und zu den beiden Sortierwerken gefördert.
Für die Hauptware steht ein Rollensortierwerk mit einer Bauholz-Stapelmaschine von Reiter für Holzlängen bis 13 m zur Verfügung.
Die Seitenware gelangt nach der Besäumung über 5 Etagen zum Sortierrad von Springer. Sowohl die frischen Bretter, als auch die getrocknete Ware können der Paketieranlage mit Kappung zugeführt werden. „Für die Seitenware stehen 3500 Fächer zur Verfügung. Die Anlage läuft mit 60 Takten pro Minute“, erläutert Unterkircher.


Alles unter Dach und Fach. Die räumlich ausgereizte, alte Sägehalle wurde mit einem neuen Hallendach versehen und so verbreitert, dass alle Sortier- und Stapelarbeiten unter Dach ausgeführt werden können.
Von den horizontalen Sortierförderern werden die Bretter in die Fläche der Sortiertrommel eingeschoben. Das Schnittholz wird vorher in Stärke, Breite und mit einer Längenabtastung mit0,5 m-Raster vermessen. Die Qualität wird mittels manueller Eingabe in die Steuerung definiert. Mit diesen Parametern wird das Sortierprogramm gespeist. Die verschiedenen Holzsortimente werden in Listen verwaltet.


Sortierrad-Drehung im Uhrzeigersinn. Die Sortiertrommel ist in Sektoren und Flächen eingeteilt – jedem Fach wird ein Brett zugeteilt, das genau definierte Maße und Qualität besitzt. Die Trommel dreht sich im Uhrzeigersinn. Wenn vom Sortierprogramm ein Brett ausgewählt wird, wird dieses mit einem Greifer axial aus der Trommel herausgezogen.


Scharfes Werkzeug. Gut eingerichtet ist man auch im Schärfraum durch Vollmer, Biberach/DE. Die Entsorgung stammt von Rudnick & Enners, Alpenrod/DE.
„Guten Absatz erkennen wir derzeit bei den Dachstühlen und Uso Fiume – auch kleine Abnehmer können wir bedienen. Wir beliefern den lokalen Markt sowie Kunden in ganz Italien mit Kommissionsware“, erläutert der Inhaber.
Über Nachfolgeprobleme brauchen sich die Säger keine Gedanken machen – die junge Generation ist bereits tatkräftig im Unternehmen vertreten. JK


Hauptware gelangt zur Reiter-Bauholz-Stapelmaschine

Geschäftsführer Christoph Unterkircher vor dem
Springer-Sortierrad
Herzstück: Sortiertrommel ist in Fächer und Sektoren
eingeteilt
Tochter Karin Unterkircher übt sich auch in der
Anlagen-Bedienung


Quelle: Holzkurier 34/2004