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Kompakt und leistungsstark (Holz-Kurier Heft 51/52 vom 17.12.2009)
Spaner-Kreissägenanlage mit flexiblem Einschnitt


Die bisherige Spaneranlage war nicht mehr zeitgemäß. Darum entschloss man sich beim Sägewerk Gebrüder Decker, Bertrambois/FR, in eine neue Spaner-Kreissägenanlage von Linck, Oberkirch/DE, zu investieren.



Ziel der Investition beim Sägewerk Gebrüder Decker war es, die Verfügbarkeit gegenüber der vorhandenen Anlage zu erhöhen sowie den Aufwand für die Arbeitsvorbereitung zu minimieren. Aufgrund der guten technischen Lösungen entschied sich Geschäftsführer Manuel Decker trotz der höheren Investitionssumme für Linck – und ist nach den ersten Monaten des Betriebes sehr zufrieden.
 
Kurze Umbauphase
Im Mai begannen die Lieferungen von Linck in das lothringische Bertrambois. Die Spaner-Kreissägenanlage von Linck wurde in einer neuen Halle installiert. Die Maschinen durften erst in Betrieb genommen werden, nachdem die alten stillgelegt worden waren. Decker wollte den Produktionsstillstand möglichst kurz halten, darum wurde ein recht enger Zeitraum für den Umbau veranschlagt. Ende Juli begann man mit der Demontage. „Wir mussten innerhalb von vier Wochen die Bauarbeiten und die Installation für die Rundholzzuführung sowie die Fördereinheiten zur vorhandenen Besäum anlage montieren. Am 27. August, eine Woche vor dem veranschlagten Termin, konnte bereits der erste Stamm in der neuen Spaner-Kreissägenanlage geschnitten werden“, beschreibt Martin Huber, Projektleiter und zuständig für den Vertrieb bei Linck.

Zufriedene Gesichter vor der neuen Anlage: 
Manuel Decker, Martin Huber und Patrick Decker (v. li.)

Ziel rasch erreicht
Die Spaner-Kreissägenanlage arbeitet im Rundlauf. Sie wurde für eine Kapazität von 100.000 fm/J im Einschicht-Betrieb festgelegt. Diese Leistung wurde schon nach kurzer Zeit erreicht. „Derzeit liegt der Durchschnitt pro Schicht bei 320 fm“, berichtet Decker. Installiert wurden von Linck der Spaner VM50 mit Einzugsaggregat, eine CSMK 425-A3/B3, das Auszugswerk samt Kappsäge, die komplette Mechanisierung für Rundlauf und Sortierung sowie die Stammzuführung vom Rundholzplatz zur Sägelinie.

Zuführung zur Spaner-Kreissägenlinie:
Rundholz kommt online von Sortierung (roter Pfeil),
Model und Kantholz aus dem Rundlauf (gelber Pfeil)
Optimierung von Linck zeigt am Bildschirm genau an,
wie der nächste Schnitt erfolgen soll


Online vom Rundholzplatz
Das bei Decker angelieferte Langholz wird auf einem Sortierkran von Baljer & Zembrod je nach Auftrag abgelängt, danach dem Wurzelreduzierer sowie der Entrindung zugeführt. Die Stämme werden der Sägelinie online übergeben. Die Linck-Lieferung beginnt ab dem Auszug hinter der Entrindungsstation. Ein Querförderer taktet das Holz in den Längseinzug ein. Unter der Bedienstation für die Säge wurde eine Microtec-3D-Vermessung installiert. Ab der Vermessung gibt es eine Stammverfolgung der Ware durch die ganze Sägeanlage. „Die gemessenen Daten werden an die Linck-Optimierung übermittelt. Aufgrund der im Programm hinterlegten Aufträge und Stücklisten sowie Schnittbildern wird der bestmöglich Einschnitt für jeden Stamm errechnet“, erklärt der Projektleiter bei der Besichtigung. Das Programm optimiert auch die Seitenware. Die errechneten Daten dienen aber lediglich als Hinweis. Eine in der Besäumanlage installierte Messung vermisst und optimiert das Brett erneut. Aufgrund des ermittelten Schnittbildes wird der Stamm automatisch in die richtige Lage gedreht. Der Spaner VM50 erzeugt zwei planparallele Flächen. „Die Maschine erlaubt einen Spanersprung, um eine höhere Seitenwaren-Ausbeute zu erhalten“, führt Huber aus. 

Hinter der Spaner-Kreissägenlinie
wird die Seitenware direkt von der Hauptware getrennt
Ab in die nächste Halle: 
separierte Seitenware wird über Förderanlagen zum bestehenden Besäumer transportiert
Auftrennen im Rundlauf
Das nachfolgende Kreissägenaggregat CSMK 425-A3/B3 erzeugt bis zu sieben Bretter. Durch die Ausrüstung der Maschine mit sechs Servoachsen können die Stieldimensionen von Stamm zu Stamm variabel vorgegeben werden. Außerdem verfügt die doppelwellige Maschine über Begrenzungsfräser zum Schutz der Sägewellen. Im Anschluss wurde noch eine Kappsäge installiert, um die Seitenware auf marktübliche Längen zu kappen. Model und Kanthölzer, die nochmals aufgetrennt werden müssen, gehen automatisch in den Rundlauf, in dem auch ein Metallsuchgerät installiert ist.I m Querförderer vor der erneuten Zuführung in die Spaner-Kreissägenanlage ist eine Linck-tronic V-Messung eingebaut, die Dimension und Form der Werkstücke ermittelt. Das Werkstück wird für den Einschnitt optimiert, um eine hohe Ausbeute zu erreichen. Die Linie arbeitet mit einer frequenzgeregelten Vorschubgeschwindigkeit von 30 bis 100 m/min. Längen von 3 bis 11 m werden eingeschnitten. Das Durchmesserspektrum liegt zwischen 12 und 65 cm.
 
Händisch gestapelt
Die fertig geschnittene Hauptware wird nach der Spaner-Kreissägenanlage nach links abgezogen und der Sortierung zugeführt. Diese besteht aus einem Rollengang mit je vier Sortierplätzen links und rechts auf einem überdachten Platz. Je nach Querschnitt und Länge wird die Ware automatisch am zugewiesenen Platz abgeworfen und von Mitarbeitern per Hand gestapelt. Ein zusätzlicher Sortierplatz steht für die langen Hölzer über 6 m zur Verfügung. „Eine automatische Sortier- und Stapelanlage ist eventuell zu einem späteren Zeitpunkt angedacht“, meint Huber. Die Seitenware wird automatisch separiert und über Fördereinrichtungen aus der Sägehalle in das Nachbargebäude transportiert, wo sie mit einer Besäumanlage fertig bearbeitet wird.
 
Aufwändige Technik
„Auf den ersten Blick erscheint eine Spaner-Kreissägenlinie recht einfach. Es steckt aber sehr viel Technik dahinter“, ist Huber überzeugt. Eine solche Maschinenkonstellation eignet sich im Einschicht-Betrieb für einen Einschnitt bis 100.000 fm/J. „Diese Menge ließe sich recht einfach erhöhen – zum Beispiel, wenn hinter der Linie noch eine Nachschnitt-Kreissäge installiert wird. Dann könnte die Leistung auf etwa 150.000 fm/J erhöht werden“, erklärt er.
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Hauptwaren-Sortierung: 
überlange Hölzer ab 6 m werden auf einem extra Tisch bereitgestellt …
… die restliche Ware wird über einen Rollengang 
zu acht Stapelplätzen gefördert, wo sie händisch abgenommen wird


Quelle: Holzkurier Heft 51/52 vom 17.12.2009