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Multifunktions-Linie (Holzkurier 34/2005)
Schnelles Reagieren im Familienbetrieb 

Holzkurier-Eigenbericht aus Bygdsiljum/SE



Martinsons-Facts
Gegründet: 1941 von Sigurd Martinson
Direktor: Lars Martinson
Produktionsmanager: Olof Martinson
Mitarbeiter am Hauptstandort: 280 (BSH, Sägewerk, Brettsperrholz)
Mitarbeiter gesamt: 400
Einschnitt: 400.000 fm/J
BSH-Produktion: 60.000 m³/J
Brettsperrholz-Produktion: 60.000 m²/J
Märkte: Schweden, Japan, China, Norwegen, Deutschland
Umsatz: 85 Mio. €/J
Bediener mit Blick auf die Rundholzzuführung -Linck-Linie wird über Bildschirme visualisiert

FOTOS: KANZIAN; GRAFIK: LINCK


Eine breite Produktpalette bietet das schwedische Familienunternehmen Martinsons, Bygdsiljum/SE, – diese reicht vom Schnittholz über Leimbinder zu Brettsperrholz-Elementen.
 
„Wir haben durch die familiären Strukturen die Möglichkeit, Entscheidungen schnell zu fällen. Unsere Philosophie: Die Märkte verändern sich und wir können mithalten“, berichtet Produktionsmanager Olov Martinson. „Unsere Produktivität weiter zu steigern, das ist das Gebot der Stunde“, erläutert Martinson. Deshalb wurden umfangreiche Investitionen in die Erneuerung des Sägewerks in Bygdsiljum getätigt. „Mit 17 Mio. € ist es eine der größten Sägewerksinvestitionen Schwedens in der jüngeren Vergangenheit“, so Martinson weiter. Im Sägewerk setzt man auf die Profiliertechnik von Linck, Oberkirch/DE. Bisher wurde die Zerspaner-Bandsägentechnologie eingesetzt. „Mehrere Gründe waren Ausschlag gebend, um uns für dieProfiliertechnik von Linck zu entscheiden: Das Unternehmen hat einen guten Ruf, liefert zeitgerecht und der Produktionsstart erfolgte wie geplant. Neben der Dimensionsstabilität war für uns die Flexibilität bei gleichzeitig hoherVerfügbarkeit wichtig“, berichtet Martinson. „Ich bin beeindruckt von der Maßhaltigkeit der Schnittware von der neuen Linie“, freut sich Senior-Chef Nils Martinson. „Nicht zuletzt wegen des guten Optimierungssystems haben wir uns für den deutschen Hersteller entschieden“, erklärt Olov Martinson.
 
Nordisches Qualitätsrundholz.  
Der Rundholzeinkauf erfolgt im 200 km-Umkreis. Jährlich werden 400.000 fm verarbeitet, 60% Fichte und 40% Kiefer. Die Fichte wird für die eigene Leimbinder- sowie die Brettsperrholz-Produktion verwendet. Im Zuge des Umbaus wurde auch die Sägezubringung und die nachfolgende Sortieranlage für den größeren Holzdurchsatz ausgelegt. Die neue Entrindungsan-lage stammt von Valon Kone, Lohja/FI, die Rundholzzuführung von Tähkä, Kaskinen/FI. Die Schnittholzsortierung lieferte Renholmen, Byske/SE, die Entsorgung Bruks Klöckner, Arbra/SE. Das Rundholz wird schon vor dem Einschnitt klassifiziert in A-und B-Qualität. Danach wird entschieden, welches Schnittbild hinterlegt wird. Die Sägelinie produziert im Zweischichtbetrieb. Zopfdurchmesser zwischen 11 und 45 cm werden verarbeitet. Die Vorschubgeschwindigkeit beträgt bis zu 150 m/min.
 
Volloptimierung für Haupt- und Seitenware.
„Diese Anlage ist voll Hightech, sie kann wirklich alles“, berichtet Linck-Montageleter Ernst Hauser. „Neuentwicklungen bei der Servotechnik und exakte Messergebnisse sowie kurze Reaktionszeiten der Ausricht- und Positionierstellwerke machen die Flexibilität der Linie möglich. Eine wichtige Rolle spielt auch die Optimierungssoftware“, erläutert Hauser. Die Positionierung der Zentriervorrichtung wird schon vorgenommen, bevor das Holz in die Maschine fährt. Auch die Auszugsvorrichtung wird vorpositioniert. „Dadurch ist nur eine relativ kleine Holzlücke notwendig, um alle Betriebsarten durchführen zu können“, erläutert Olle Eriksson von Loab, der schwedischen Vertretung von Linck.
 

Vorschnittspaner in der neu errichteten Sägehalle Familienunternehmen mit Tradition: Derzeit ist die vierte Generation am Ruder

Eingesetzt wird die neue Generation der VM 45-Zerspaner. Diese ermöglichen einen leichteren Werkzeugwechsel. Der Spaner fährt auf die Wechselposition, die Holzauflage wird hydraulisch geschwenkt und dient somit als Montageplatte. Der Werkzeugwechsel kann stehend durchgeführt werden. „Eingesetzt werden Stufenmesserköpfe der neuesten Generation. Es wird nicht mehr mit Segmenten sondern mit einem geschlossenen Sägering gearbeitet. Der Vorteil ist die bessere Oberflächenqualität“, so Hauser. Bei Martinsons sind derzeit Kanefusa-Werkzeuge im Einsatz. Ebenfalls neu ist, dass der Spaner getrennt von der Auszugseinheit montiert wurde. „Da auf den Spaner keinerlei Kräfte wirken, kann die Oberflächenqualität nochmals verbessert werden“, erläutert Hauser.
 
Flexibler Einschnitt und hohe Verfügbarkeit.
Mit dem 3D-Scanner von Microtec, Brixen/IT, wird das Rundholz vermessen. Die Stämme werden zentriert und dem Vorschnittspaner zugeführt. Die krümmungsrichtige Positionierung (mit dem Bogen unten) erledigt die Einzugsvorrichtung. Danach erfolgt die Model-Drehung um 90°. Die Kamera vor dem zweiten Spaner dient der Überwachung der Anlage. Der Nachschnittspa-ner VM 45 erzeugt dann aus den Modeln schnittbildkonforme, waldkantige Kanthölzer. Verschiedene Betriebsarten können gefahren werden. So kann beispielsweise passiv und aktiv bogenfolgend eingeschnitten werden. Auch Diagonalausrichtung ist möglich. Die 3D-Messung erfasst die Schnittflächenkontur der Modeldeckfläche sowie die relative Lage der Hauptware zum Model und steuert über die Auswertelogik die optimale Modellage im Spanereinzug. Alternativ zur Mittigzentrierung werden unförmige Model mit Hilfe des Optimierungsprogramms auch asymmetrisch oder diagonal zur Maschinenachse so ausgerichtet, dass ein Volumenvorteil an Haupt- und Seitenware entstehen.
 
Vermessung und weitere Optimierung.
Nach der Drehung der waldkantigen Kanthölzer erfolgt die Messung der Krümmung. Das dient der Kontrolle.Weiters erfolgt mit diesen Daten die Seitenbrettoptimierung, die die nachfolgenden Maschinengruppen einstellt. Alternativ zur fixen Einstellung der Fräserposition für eine gleich bleibende Seitenwarenbreite und -lage bietet das Seitenware-Optimierungskonzept die Möglichkeit, die Fräserstellung nach den Optimierungskriterien von Stamm zu Stamm zu variieren. Dabei wird die Schnittflächenkontur allseitig erfasst und die Lage und Breite der Seitenware über das Optimierungsprogramm bestimmt. Die Fräser werden je nach Brettlage und nutzbarer Brettbreite von Stamm zu Stamm positioniert. Die Seitenware wird mit der CSMK nach vorhergehender Optimierung abgetrennt. Danach folgen die Separierung von der Hauptware und der Abtransport mittels Förderband zur Seitenwarensortierung. Das verbleibende Kantholz wird gedreht und gelangt zur vorpositionierten, verstellbaren Einzugseinheit vor dem Fräsaggre-gat VPF und wird bogenfolgend profiliert. In der Nachschnittsäge CSMK wird die Seiten- und Hauptware mit sechs verstellbaren Achsen aufgetrennt. Die Seitenware wird separiert, die Hauptware gelangt mittels Rollengängen zur Sortierung.
 
Weitere Investitionen.
Weitere Investitionen werden Trockenkammern betreffen. " Durch die gesteigerte Kapazität müssen wir auch unsere Trocknungskapazität erhöhen. Die Zukunft liegt ganz klar in der Weiterverarbeitung bei der BSH-Produktion und beim Brettsperrholz. Diese Produkte werden sich gut entwickeln", so erklärt Olov Martinson.
JK

Nachschnittkreissäge CSMK trennt Haupt- und Seitenware auf Weiterentwickeltes Fräser-Kreissägen-Aggregat für verbesserte Hackschnitzelqualität Seitenware wird mittels Förderband zur Sortierung weitertransportiert

Linck-Facts
Standort: Oberkirch/DE
Mitarbeiter: 320
Geschäftsleitung: Volker Geiger und Karl-Heinz Rumpel
Gegründet: 1824
Produkte: Spaner, Profilieraggregate, Sägeaggregate, Besäumanlagen, Gatter, Rundholzplatzanlagen, Elektrische Schalt- und Steuerungsanlagen, Optimierungssysteme


Quelle: Holzkurier 34/2005