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Produktivität steigern (Holzkurier 37/2005)
Zuverlässige, robuste Rundholzzubringung

Holzkurier-Eigenbericht aus Iggesund/SE


Sägewerk Iggesund-Facts
Mitarbeiter: 82
Direktor: Håkan Lindh
Betriebsleiter: Lennart Svensson
Produktion: 220.000 m3/J
Schnittware Produktion 2006 (geplant): 235.000 m3/J
Produkte: Schnittware in Sichtqualität für Fenster, Treppen, Böden, Spielplatz
Marken: Monolit, Quartolit, Relax
Holzart: Kiefer
Tochterunternehmen der Holmen-Gruppe
Stämme, die mit dem Stockende voraus ankommen, werden mit dem Bogenförderer gedreht
FOTO: KANZIAN
Ein langjähriger schwedischer Linck-Kunde setzt nun auch auf die Rundholzzubringung des deutschen Herstellers. Schwedens erste Linck-Linie wurde beim Sägewerk Iggesund im gleichnamigen Ort 1988 installiert. „Die stabile Ausführung und die gute Erfahrungen mit unserer Einschnittlinie, haben uns dazubewogen, auch in eine Rundholzzubringung von Linck zu investieren. Die Verfügbarkeit der Anlage ist sehr hoch, berichtet Betriebsleiter Lennart Svensson. „Die erste Linck-Linie in Schweden war eine kleine Revolution für uns. Mittlerweile sind bereits neun Anlagen im Einsatz“, berichtet Olle Eriksson, von Loab, der schwedischen Vertretung von Linck. Er hat auch die Projektkoordination beim Sägewerk Iggesund über-nommen.
 
Zuverlässige Rundholzmechanisierung.
Der Linck-Lieferumfang beginnt hinter den beiden Entrindungsanlagen. Es erfolgt die Übergabe des entrindeten Rundholzes auf den Kettenlängstransporteur. Die Vermessung stammt von Microtec, Brixen/IT. „Es wird geprüft, ob das Holz richtig liegt und der Durchmesser passt“, erläutert Eriksson. Die beiden Längs-Kettenförderer laufen auf unterschiedlichem Niveau. Wenn das Rundholz nicht Zopf voraus antransportiert wird, erfolgt der Ausstoß auf den ersten Quer-förderer. Alle anderen laufen weiter und werden beim zweiten Ausstoßer abgeworfen. Bruch-holz oder falsche Abmessung gelangen in die Sonderbox am Ende des Sortierstranges. Die Ausstoßer werden hydraulisch betätigt. Das Rundholz wird von Quertransporteuren aufge-nommen. Ein Dosierer dämpft das abgeworfene Holz. Ein Quertransportförderer zieht das Material zum Rollengang. Dieser dient dem Bündig-Ausrichten auf die Abwurfkante. Auf der Beschickungsvorrichtung wird über die Kurveneinstellung und gemäß des Durchmessers die optimale Einlegeposition eingestellt. Danach erfolgt das saubere Einlegen in den Kettenlängs-transporteur.
 
Zweite Linie identisch.
Die zweite Linie ist identisch aufgebaut und läuft auf höherer Ebene. Vor dem Längsförderer zur Linck-Linie wird das Rundholz wieder in die untere Ebene eingelegt. Stämme, die vom Zopf her nicht richtig liegen werden in die Ablegevorrichtung ausgeworfen. Danach wird das Rundholz mit dem Bogenförderer weitertransportiert und gelangt wieder in die Beschickungsvorrichtung vor der Linck-Profilierlinie. Die Querförderer sind jeweils so ausgelegt, dass das Holz auch gepuffert werden kann. Durchmesser bis maximal 40 cm können im Sägewerk Iggesund verarbeitet werden. Die Vorschubgeschwindigkeit der beiden Entrindungsanlagen liegt bei 110 m/min. „Die gesamte Rundholzzubringung wird über diesen maximalen Vorschub begrenzt“, erläutert Linck-Montagleiter Ernst Hauser.
 
Ohne Produktionsunterbrechung.
„Eine Besonderheit bei der Installation war, dass der Förderstrang aufgebaut wurde, ohne die Produktion zu unterbrechen. Die erste Baustufe konnte frühzeitig in Betrieb genommen werden“, freut sich Eriksson.
 

Montageleiter Ernst Hauser (re.) und Wolfgang Jokiehl führen letzte Kontrollen durch Zwei Längs-Kettenförderer laufen auf unterschiedlichem Niveau -Querförderer trennen nach Zopf- und Stockdurchmesser
Stämme werden nach unten ausgeworfen - Dämpfung erfolgt mittels Dosierer Beschickungsvorrichtung für die Linck-Linie, Rundholz kann abwechselnd von links oder rechts eingeworfen werden
In Rekordzeit montiert.
„Obwohl der Zeitplan optimistisch war, konnten wir die mechanischen, hydraulischen und elektrischen Installationen noch schneller erledigen. Montagebeginn war der 30. Mai. Die Inbetriebnahme war mit 8. August geplant – tatsächlich sind wir aber schon am 27. Juli in Betrieb gegangen. Dies wurde durch die gute Zusammenarbeit aller Bauunternehmen sowie die exakte Gesamtplanung möglich. Es konnten dadurch pro Tag Ausfälle in Höhe von 50.000 € vermieden werden“, freut sich Eriksson.
 
Geschwindigkeit erhöht.
Im Sägewerk wird im Zweischicht-betrieb gearbeitet. Zeitgleich zur Rundholzzuführung wurde die bestehende Linck-Linie von 110 auf150 m/min ausgebaut. Die anschließende Schnittholzsortierung stammt von Springer, Friesach. „Es ist relativ einfach, eine Produktivitätssteigerung bei einer Profilierlinie zu erreichen. Wenn es notwendig ist, könnten wir auf Vorschübe bis 180 m/min erhöhen“, berichtet Eriksson. Mit 82 Mitarbeitern werden 220.000 m3/J Schnittware produziert. Im nächsten Jahr soll durch die getätigten Verbesserungen die Produktion um 15% gesteigert werden. „Unser Fokus wird in Zukunft auf die weitere Erhöhung der Produktivität gerichtet sein“, so der Betriebsleiter.
 
Qualitativ hochwertig – ausschließlich Kiefer.
50% des Rundholzes stammt aus dem eigenen Forstbetrieb. Es wird ausschließlich Kiefer verarbeitet. Das Sägewerk Iggesund gehört zur Holmen-Gruppe, welche 1 Mio. ha Wald besitzt. Eingekauft werden Längen zwischen 3,6 und 5,9 m. „Früher haben wir auch Fichte eingeschnitten. Da unsere Kiefer qualitativ sehr gut ist, wurde diese immer stärker nachgefragt und wir haben uns ausschließlich auf diese Holzart spezialisiert“, berichtet Direktor Håkan Lindh.
 
Rund um den Globus.
Die Hauptmärkte sind Schweden, Dänemark, Norwegen, und Großbritannien. Dort setzt Iggesund 80% der Produktion ab. Ergänzend werden Nordafrika und der Mittlere Osten beliefert. „Ein Trend, den wir erkennen, ist das Do-it-Yourself-Geschäft“, erklärt Lindh. Der Schnittholztransport erfolgt zur Hälfte mit dem Lkw und mit dem Schiff. „Angeboten wird FSC und PEFC-zertifiziertes Schnittholz. Das wird speziell in der jüngsten Vergangenheit immer stärker nachgefragt“, erläutert Lindh. Die gesamte Produktion wird getrocknet, 15% werden sogar auf 8 bis 10% heruntergetrocknet. „Wir sind eines der führenden Unternehmen bei der Trocknungskapazität und Technologie. Dabei haben wir mit der Universität zusammengearbeitet und spezielle Trocknungsmethoden entwickelt“, so der Direktor. „Wir haben auch im Sommer kein Problem mit der Bläue, da wir auf kurze Durchlaufzeiten und kontrolliertes Klima achten“, erklärt Lindh.
 
Gutes Rohmaterial und Umweltbewusstsein.
„Wir sehen deshalb positiv in die Zukunft, weil wir sehr gutes Rohmaterial zur Verfügung haben. Der Holzverbrauch in Europa wird weiter steigen und auch das Umweltbewusstsein ist höher geworden“, so Lindh. JK

Linck-Facts
Standort: Oberkirch/DE
Mitarbeiter: 320
Geschäftsleitung: Volker Geiger und Karl-Heinz Rumpel
Gegründet: 1824
Produkte: Spaner, Profilieraggregate, Sägeaggregat, Besäumanlagen, Gatter, Rundholzplatzanlagen, Elektrische Schalt- und Steuerungsanlagen, Optimierungssysteme

Nachschnittkreissäge CSMK trennt die Haupt- sowie die Seitenware auf Håkan Lindh, Lennart Svensson und Olle Eriksson (v. li.) freuen sich über die gute Zusammenarbeit und schnelle Bauabwicklung


Quelle: Holzkurier 37/2005